Presse

Die Regierung lobt nicht nur sich selbst sondern auch die Presse in diesem Land: “Eine solche Situation ist nur akzeptabel und erträglich, wenn die Gründe für die Einschränkungen transparent und nachvollziehbar sind, Kritik und Widerspruch nicht nur erlaubt, sondern eingefordert und angehört werden, wechselseitig. Dabei hilft die freie Presse…” 1.
Angesichts dieser Auffassung, kann man sich eigentlich nur noch wundern: “Aufmerksame Zeitgenossen reiben sich die Augen und schütteln die Ohren, wenn sie in diesen Tagen den zahmen bis devoten Umgang unserer öffentlich-rechtlichen Medienschaffenden mit der Bundeskanzlerin beobachten. Sie kann an einem Tag zusammen mit den Ministerpräsidenten etwas beschließen und am nächsten Tag eben diese rüffeln. Und keiner und keine fragt: Was ist das denn für ein Verfahren? Keiner kommt auf die Idee, das könnte eine Masche sein.” 2
In Zeiten, in denen Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen nur noch wie der verlängerte Arm des Regierungssprechers wirken, man kritische Kommentare in den Massenmedien vergeblich sucht, Radiosender gerügt werden, die Interviews mit Wissenschaftlern führen, die eine andere Meinung vertreten als Virologe Drosten und Kritiker als Verschwörungtheoretiker diffamiert werden, scheint die Wahrnehmung der vierten Gewalt im Staat etwas verzerrt zu sein.

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen gerne den folgenden Artikel von Prof. Michael Meyen, Kommunikationswissenschaftler an der LMU Müchen, zur Lektüre empfehlen:

Anmerkungen
  1. Bundesklanzlerin Angela Merkel, Regierungserklärung am 23. April 2020, https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/regierungserklaerung-von-bundeskanzlerin-merkel-1746554[]
  2. Nachdenkseiten, 25. April 2020, https://www.nachdenkseiten.de/?p=60487, aufgerufen am 26. April 2020[]